Wie? "Der tägliche Wahnsinn"? Das ist doch nun wirklich übertrieben!!!

, ist es nicht...

Das tägliche Miteinander von Mensch und Tier kreiert ein Füllhorn an Situationen: mal komisch, mal traurig; an die Nieren, zu Herzen, oder auf den Keks gehend :) 

In Zeiten der Pandemie, die irgendwann einmal zu einem Stück (unerfreulicher, aber doch nicht minder lehrreicher) Geschichte unser allen Lebens werden wird, ist unser Arbeitsaufkommen auch und insbesondere durch die veterinärmedizinische Versorgung unserer Patienten der Betreuungsstation enorm gestiegen.

Zudem hat sich (vermutlich ebenso pandemiebedingt) der Ausdruck menschlichen Sozialverhaltens verändert: Wir freuen uns über viele KundInnen, die unseren Service und persönlichen Umgang zu schätzen wissen, sich gerne vor die Praxis setzen und bei einem Kaffee oder Kaltgetränk (mit einer süßen Aufmerksamkeit) die Störche beobachten oder einfach nur die Stille oder ein Gespräch genießen.

Allerdings gibt es auch die "Hoppla-jetzt-komm-ich"-Typen, Menschen, die durch Corona Schicksalsschläge erleiden mussten oder sozial vereinsamen, Personen, die mutlos geworden sind und sich abgehängt fühlen. Das alles können wir mitfühlen, haben wir selbst am eigenen Leibe erlebt und dafür haben Sie unser vollstes Verständnis!

Nichtsdestotrotz: Besonders Schönem, Bemerkenswertem oder auch Außergewöhnlichem möchten wir hier eine Plattform zur Dokumentation bereiten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen der folgenden Begebenheiten. Gerne (und darüber würde ich mich freuen) nehme ich Ihre Geschichten auf, berichten Sie mir doch einfach davon!

Ihr

Dirk B. (Berufspraktikant)

(Name der Redaktion bekannt)

+ + + Notdienst: Ein Anruf im Sinne eines entspannten Dialogs + + + 31.07.2022 + + +

31.07.2022, Nachmittags: Ein Anruf einer Dame, die aufgeregt berichtet, Ihr Hund habe zwei Heckenkirschen gefressen. Auf Nachfrage der Tierärztin bzgl. Farbe, Größe und Aussehen der Kirsche, bzw. des Gewächses wurde, dann doch sehr unwirsch und in "leicht" erhöhter Lautstärke (nennen wir es mal wohlmeinend:) "geantwortet" (die Anführungsstriche konnte ich mir dann doch nicht verkneifen):

"Na, Heckenkirschen eben! Begreifen Sie das nicht???" Nö, begreifen wir nicht: Ein Blick in das Internetlexikon mit dem "W" offenbart, "Heckenkirsche" reicht nicht! Ca. sechs Heckenkirschenarten haben sich in Deutschland niedergelassen: 

  • Alpen-Heckenkirsche: rote Beeren | giftig
  • Blaue Heckenkirsche: schwarze Beeren | übel/wohlschmeckend (je Sorte)
  • Rote Heckenkirsche: rote Beeren | schwach giftig
  • Gartengeissblatt: rote Beeren | schwach giftig/ Vogelfutter
  • Tataren-Heckenkirsche: gelb-orange-rote Beeren/ Vogelfutter

Ja, ja, ich weiß: ich habe nur fünf aufgezählt ;) ... Natürlich sind Notfälle immer nervenzehrend, aaaber: Notdienste sind auch für uns kein steter Hort der Entspannung und guten Laune: Für die Tierverarztenden (m|w|d) gilt schließlich zu entscheiden: 

Ist es ein Notfall, der sofortige Maßnahmen erfordert?

  • Muss das Tier beim Tierarzt/ der Tierärztin vorgestellt werden?
  • Ist vielleicht sogar ein Klinikaufenthalt unvermeidlich?
  • Kann der Patientenbesitzende mit eigenen Hausmitteln Linderung verschaffen?
  • etc. (Platzhalter für Situationen, die schnelles, flexibles Denken erfordern...)

Für alle Tierärzte gilt nun einmal: im Notdienst unter Zeitdruck (und psychischem Druck) schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen, dies zum Wohl des Tieres und seines Besitzenden! Wenn in der bilateralen Kommunikation dieser Tatsache beiderseits Rechnung getragen wird, ist allen per se geholfen:

  • Dem Tierarzt/der Tierärztin, denn Disstress beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten
  • Dem Patientenbesitzenden, denn Vertrauen in die Fähigkeiten des Tierarztes senkt den Stresslevel
  • Dem Patienten, denn das durch die Notsituation geschwächte Tier beruhigt sich durch einen ruhigen Besitzenden

+ + + "Inhouse-Schulung durch kalifornische Kapazität" + + + 04.02.2022 + + +

Durch eine glückliche Fügung ist es uns gelungen, den bekannten amerikanischen Computerspezialisten Bill Cates für ein kurzes und kostenloses "Inhouse-Seminar" unter dem Thema: "Die Office-Suite und Ich: Zwei Seiten betreiben eine Annäherung"  zu gewinnen.

Auf dem nebenstehenden Foto sehen wir, wie Herr Cates die Eingabemaske der Excel-Anwendung auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Die von uns im Austausch für diese großzügige Initiative angebotene Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen hat Herr Cates im übrigen ebenso unverzüglich wie entschieden abgelehnt. 

 

 

 

 

+ + + vereinzelt Wartezeit bei der Ausgabe von Hundeleckerli + + + 31.01.2022 + +

In jüngster Zeit müssen wir uns vereinzelt mit Beschwerden von Patienten der Gattung Canidae (hundeartige Raubtiere) bzgl. der Schnelligkeit der Gabe der, vor der Behandlung vollmundig, versprochenen Leckerli auseinandersetzen. 

Besonders ungeduldige Patienten weisen schon einmal ausnehmend nachdrücklich im Rahmen ihrer kognitiven Fähigkeiten auf diesen Missstand hin:

  • Lautäußerungen in Form von Bellen
  • hinter die Anmeldung laufen und sich dort bemerkbar machen
  • erwartungsfrohes Schwanzwedeln
  • hundetypische Hypnoseversuche unter Zuhilfenahme praxiseigenen Mobiliars (s. Bild)

 Wir versprechen, wir arbeiten daran, damit ihr sofort Eure Belohnung bekommt!

+ + + "Wissenschaft ohne Verstand ist doppelte Narrheit" + + + 04.10.2021 + + +

Dieser Aphorismus des spanischen Philosophen Baltasar Gracián y Morales (1601-1658) mag in diesem, sehr traurigen Fall seinen Ausdruck gefunden haben:

In unsere Tierarztpraxis wurde ein Mäusebussard (lat.: Buteo Buteo) eingeliefert, der so ausgehungert war, dass er, trotz intensivster Bemühungen, die Nacht nicht überlebte. Wie man unschwer erkennen kann, befinden sich an beiden Schwingen Markierungen aus LKW-Planen, die, mit Metallstäben befestigt wurden und den Greifvogel, wie man sich unschwer vorstellen kann, massiv bei der Jagd beeinträchtigen!

Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass ein solcher "Fall" bei uns eingeliefert wird: viele konnten wir vor dem Hungertod retten, für diesen armen Kerl kam unsere Intensivhilfe leider zu spät: Er ist verhungert, weil diese Markierungen ihn am Jagen nachhaltig behinderte!

Andere, bei uns gelandete Fälle, wiesen Durchstiche in den Handschwingen auf.

Und wer setzt diese Markierung an? Sie kommt, man mag es im Zeitalter des im Grundgesetz verankerten Tierschutzes kaum glauben, von Universitäten, die auf diese Art und Weise wohl eine Art Monitoring "versuchen"! 

+ + + Notdienst + + + Sonntag, 27.06.2021 + + + 12:46 Uhr + + + Handy (0151xx) + + +

Ein Mann berichtet, sein Hund habe eine Taube im Garten apportiert, die nun wohl verletzt sei. Wir konnten ihm bzgl. der zu erwartenden Kosten anbieten, die Taube ehrenamtlich, also kostenlos: zu behandeln, zu versorgen und, wenn möglich, wieder auszuwildern; die Kosten der Medikamente möge er aber bitte tragen... Fanden wir eigentlich ziemlich nett von uns..., entsprach aber wohl nicht den Vorstellungen unseres Anrufers (der die komplette Kostenübernahme erwartet hatte); denn der darauffolgende (sagen wir es mal ganz dezent: extrem unfreundliche) Monolog des Anrufers endete mit einem:" Dann sind Sie schuld, wenn die Taube verreckt! Danke für garnix!!!" und dem abrupten Beenden des Gespräches (früher bezeichnete man so etwas als das "Aufknallen des Hörers"... ach ja, die gute alte Zeit... (tiefer Seufzer).

Was dann geschehen ist, wissen wir nicht: weder Taube noch Anrufer hielten es für nötig, den Kontakt zu uns (wieder-)aufzunehmen. Da waren wir sprachlos...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

to be continued...