Sie bemerken einen hilfebedürftigen Vogel?

Gerade zur Frühlings- oder Sommerzeit finden sich häufig Jungvögel am Boden sitzend:

  1. Sind diese nackt oder nur wenig gefiedert, handelt es sich m sogenannte Nestlinge. Halten Sie Ausschau nach dem Nest und setzen Sie den Vogel wieder in das Nest! Ist kein Nest sichtbar, würden wir empfehlen, den Vogel in eine sichere Höhe zu setzen und zu beobachten, ob die Elterntiere sich weiter um ihr Junges kümmern!
  2. ein durchgefiederter Vogel mit Flaumanteil im Federkleid ist ein Ästling: er erkundet bereits seine Umgebung, ist aber noch auf die Elterntiere angewiesen. Setzen Sie den Vogel zum Schutz vor Raubtieren, aber auch den Gefahren der Zivilisation auf Äste (Baum oder Hecke).

Bitte beachten Sie Folgendes:

  • bei einem Jungvogel befinden sich die Elternvögel zumeist in unmittelbarer Nähe.
  • der Jungvogel darf angefasst werden, um ihn auf einen sicheren Platz zu setzen! Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Elterntiere bereits vom Menschen angefaßte Jungvögel nicht mehr akzeptieren! Zum Verständnis denken Sie bitte an den Kuckuck! Wir können auch aus eigener Erfahrung berichten, dass sogar Jungvögel anderer Arten von Elternvögel "adoptiert" werden!
  • die größte und beste Überlebenschance hat der Jungvogel, wenn er bei seinen Elternvögeln aufwachsen darf! Beherzigen dies bitte, wenn Sie kleine Jungvögel sehen und helfen möchten. Im Zweifelsfall würden wir Sie bitten, uns zu kontaktieren!
  • Zunächst einmal gilt es, den Vogel zu beobachten:
    • Hier wäre von überstürzten Hilfsaktionen zunächst einmal abzusehen
    • Beobachten Sie dementsprechend die unmittelbare Umgebung und schauen Sie vor allem in die Höhe (Bäume, Sträucher oder Gebüsch), ob sich dort das Nest befindet: die größte Wahrscheinlichkeit zu überleben besteht darin, den Jungvogel wieder in das Nest zurück zu setzen!
  • Im wirklichen Notfall den Vogel bitte einfangen und in einem dunklen Behältnis (idealerweise ein Karton), setzen. Das hat nicht smit Tierquälerei zu tun, sondern dient dazu, den Vogel zu beruhigen. Der Karton sollte idealerweise folgendermaßen vorbereitet werden:
  • den Karton mit Löchern unten an den Seiten versehen. Dies ist nötig, damit die schwerere "gebrauchte" Luft den Karton verlassen kann
  • den Kartonboden mit weichem Papier (z. B. Küchenpapier) auskleiden
  • wenn möglich, einen Ast hineinlegen, der dem Vogel eine Stehhilfe bietet
  • Karton mittels eines Klebestreifens (quer) verschließen
  • Besteht die Möglichkeit, dem Vogel mit einem Gemisch aus Wasser und Traubenzucker zu trinken geben.
  • Bitte sehen Sie bei Greifvögeln und Eulen davon ab, diese mit verarbeiteten Fleischprodukten zu "versorgen"! Keinesfalls Leberwurst, Fleischwurst, Salami und dergleichen füttern! Bitte insbesondere kein Schweinefleisch geben! 

Hilfe finden Sie hier:

 

Montag bis Freitag (9:30 - 17:00) Uhr:

Firma Carl Davidsmeyer Textil GmbH

Rheiner Landstr. 193 (gegenüber Postverteilzentrum)

49078 Osnabrück

tel.: 0541 944 45-0

Hilfebedürftige Vögel können Sie nach Absprache hier abgeben.

 

Außerhalb dieser Zeiten erreichen Sie den Betreiber der Storchenstation, Wolfgang Herkt, unter 0171 777 73 20 !

 

Die wichtigsten Tipps und Adressen können Sie als JPEG von dieser Seite kostenfrei herunterladen und im DIN A 5 oder DIN A4 Format ausdrucken. Bitte klicken Sie hierzu auf das nebenstehende Bild.


Nutzen Sie auch diese Links:

 


sehr kleiner Ausschnitt der von Dr. Birge Herkt behandelten und betreuten Tiere

Wissenswertes zur Klasse der Aves

  • es sind aktuell (Stand: 2013) ca. 10.625 Vogelarten bekannt
  • einige Vogelarten (z. B. Kolibris und Kohlmeisen) können ihre Körpertemperatur während der Nachtruhe um bis zu 10° Celsius absenken
  • das zentrale Nervensystem (ZNS) ist hoch entwickelt, insbesondere die Leistungsfähigkeit des Auges ist beeindruckend: so sind einige Vögel vermutlich Pentachromaten, d. h. sie besitzen fünf verschiedene Farbsinneszellen; zum Vergleich: der Mensch besitzt lediglich 3 verschiedene Zapfen (Trichromat), deren Wellenlängen zwischen 455 - 570 nm liegen.
  • Bei den Vögeln ist, im Gegensatz zu den anderen Wirbeltieren, Ober- und Unterkiefer beweglich
  • beim Blaukehl-Sternkolibri beträgt die Herzschlagfrequenz bis zu 1.260 Schlägen pro Minute, beim Haussperling immerhin 900 Schläge/Minute